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 Betreff des Beitrags: Pflegenotstand
#1Ungelesener BeitragVerfasst: So 25. Mär 2012, 18:22 
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Der Pflegenotstand führt dazu, dass Patienten in Heimen ruhig gestellt werden

Demenzkranke – ruhig gestellt, statt behandelt: Massenhafter Einsatz von Psychopharmaka bei Demenz - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/politik/deutschland ... 27736.html
Zitat:
Demenzkranke – ruhig gestellt, statt behandeltMassenhafter Einsatz von Psychopharmaka bei Demenz

Sonntag, 25.03.2012, 17:23

In Deutschland bekommt fast eine Viertelmillion pflegebedürftiger Menschen Psychopharmaka, ohne dass sie damit wirksam behandelt würden. Die Medikamente sollen sie ruhig stellen, um Pflegekosten zu sparen.

Quelle


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 Betreff des Beitrags: Re: Pflegenotstand
#2Ungelesener BeitragVerfasst: So 25. Mär 2012, 19:14 
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Und dazu müssen Pflegebedürftige nicht mal dement sein. Es reicht, wenn sie durch einen Schlaganfall in Sprache und Bewegung behindert sind, also praktisch wehrlos.

Schande.


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 Betreff des Beitrags: Re: Pflegenotstand
#3Ungelesener BeitragVerfasst: So 29. Apr 2012, 12:07 
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Zitat:
Mittwoch, 25. April 2012

Familientragödie im Allgäu

Dementer bemerkt Tote nicht.

Wochenlang liegen die Leichen einer 80 Jahre alten Frau und ihres behinderten Sohnes in einem Haus im Allgäu. Der 94 Jahre alte Familienvater lebt mit ihnen unter einem Dach. Weil er unter Demenz leidet, bemerkt er den Tod der beiden nicht.

In einer kleinen Gemeinde im Allgäu, nur wenige Kilometer vom Bodensee entfernt, hat sich eine erschütternde Familientragödie abgespielt. Über mehrere Wochen hinweg lagen eine 80-jährige Frau und ihr 52 Jahre alter Sohn unbemerkt tot in ihrem Haus, in dem auch der Familienvater lebt. Der Sohn sei behindert und von der Mutter abhängig gewesen, sagte ein Sprecher der Kripo Lindau und bestätigte einen Bericht der "Allgäuer Zeitung". Der 94-jährige Familienvater leidet unter Demenz und hat den Tod seiner Frau und seines Sohnes wohl nicht bemerkt.

Die Polizei hatte die stark verwesten Leichen im Obergeschoss des Hauses in Scheidegg (Landkreis Lindau) gefunden. Sie sollen dort über längere Zeit gelegen haben. "Wir gehen von Wochen bis Monaten aus." Wie die Frau und ihr Sohn gestorben sind, sei noch unklar. Es sei nicht auszuschließen, dass die 80-Jährige eines natürlichen Todes starb und der von ihrer Hilfe abhängige Sohn danach verhungerte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Pflegenotstand
#4Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 30. Apr 2012, 13:30 
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Das ist ja schrecklich.. und es gab keinen Menschen, der sich sonst um sie kümmerte? Immerhin war die Mutter alt und die anderen beiden krank bzw. behindert. :cry:

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Schwarze Klamotten trage ich nur, bis die etwas noch dunkleres erfunden haben. Bild


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 Betreff des Beitrags: Re: Pflegenotstand
#5Ungelesener BeitragVerfasst: So 13. Apr 2014, 15:44 
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Zitat:
„Ich könnte nur noch heulen"


Reaktionen Nach der Tragödie von Ostfildern, bei der ein Ex­Profi­Turner aus Verzweiflung sich und seinen behinderten Sohn getötet hat, ist das Schicksal von Familien mit schwerstbehinderten Kindern ins Bewusstsein gerückt.


Lesermeinungen:

Zitat:
Betreuung abgelehnt

Als Regionalleiterin des Elternselbsthilfe­ vereins Intensivkinder zuhause e.V. kann ich die Situation aus eigener Erfahrung wie aus Gesprächen mit betroffenen El­ tern bestätigen. Ich selbst habe zwei teil­ beatmete Söhne (26 und sechs Jahre). Geistig und körperlich fit, können sie lau­ fen, sprechen und essen. Der Große ist in Vollzeit berufstätig, der Kleine in einem Regelkindergarten, wird bald eingeschult. Nur nachts sind beide auf Atemhilfe an­ gewiesen, der Kleinere hat ein Tracheos­ toma, einen Luftröhrenschnitt. Im Kin­ dergarten begleitet ihn eine Kranken­ schwester, nachts verhindert eine Nacht­ wache, dass er sich durch falsche Bewe­ gungen in akute Lebensgefahr bringt. Beim Verlassen des Hauses muss ich für den Kleinen immer insgesamt fast sechs Kilogramm Medizingeräte zur Not­ versorgung mitschleppen. Immer heißt bei wirklich jedem Schritt. Immer muss ich für eventuelle Notfälle in unmittelba­ rer Nähe bleiben. Der Familienentlastende Dienst der Lebenshilfe hat die Betreuung mangels medizinischen Personals abgelehnt...........


Zitat:
Täglicher Kampf

Auch ich pflege seit 20 Jahren meine schwer mehrfachbehinderte Tochter, die einen Rollstuhl benötigt. Rückblickend hat sich für betroffene Familien kaum et­ was verändert. Mütter sind immer noch mit dem gesellschaftlichen Makel behaf­ tet, sich dafür rechtfertigen zu müssen, warum es diese Kinder überhaupt gibt. War es Ärztepfusch oder hatte das Kind einen Unfall, dann waren ja andere „schuld“. Steht die Behinderung schon vor der Geburt fest, kann man abtreiben. Nein, bei uns war es nicht so. Auch heute noch muss ich mir von wildfremden Menschen anhören, warum es dieses schwerbehinderte Kind denn überhaupt gibt! Eine absolute Frechheit!........


Zitat:
Am Rande

Auch meine Familie lebt am Rande des Möglichen. Unser schwerbehinderter Sohn wurde jetzt sogar in der Kurzzeit­ pflege, die die Betreuung bisher gewähr­ leistet hatte, abgelehnt. Die Begründung ist: „Ihr Kind ist zu pflegeaufwendig, da­ für habe ich kein Personal.“ Die Gelder der Krankenkasse und vom Landratsamt reichen nicht aus, um jemanden dafür zu bezahlen. Mir riss diese Aussage den Bo­ den unter den Füßen weg. Will denn nie­ mand mein Kind, das ich genauso liebe wie seine nicht behinderte große Schwes­ter? Ich könnte nur noch heulen, denn ohne ein Jahr Anmeldevorlauf ist auch in anderen Landkreisen kein Kurzeitpflege­ platz zu bekommen. Der Landkreis Ess­ lingen hat ja nicht einmal Kurzzeitpflege­ plätze, das ist einfach unglaublich – aber leider wahr........



Zitat:
Kein Miteinander

Es ist wirklich eine Schande, wie wenig von öffentlicher Stelle getan wird. Es sind aber nicht nur die staatlichen Stellen, sondern auch das familiäre Miteinander funktioniert auch nicht mehr. Ich weiß, wovon ich rede: mein Mann sitzt seit Jahren im Rollstuhl: Parkinson. Früher wurde bei uns gerne und viel ge­ feiert: immer volles Haus. Seit der Er­ krankung meines Mannes werden wir zu kaum einer Feier, seien es Geburtstage oder Ähnliches, eingeladen. Natürlich sind nicht alle Wohnungen behinderten­ gerecht eingerichtet, aber mit etwas gu­ tem Willen wäre vieles möglich. Aber plötzlich haben es alle „im Kreuz“. Änne Flügel, Leinfelden­Echterdingen


Quelle: Leseforum Stuttgarter Nachrichten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Pflegenotstand
#6Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 16. Apr 2014, 18:01 
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Workshop des Arbeitskreises Selbst Aktiv der NRWSPD „Das neue Teilhaberecht für Menschen mit Behinderungen" am 29. März 2014 in Düsseldorf
Thesenpapier - vorgelegt von Gisela Maubach und Uwe Heineker Einfach “vergessen” und Behinderte 2. Klasse ?! - schwerstmehrfach behinderte Menschen, die sich weder artikulieren noch irgendeiner (sogenannten "wirtschaftlich verwertbaren") Erwerbstätigkeit nachgehen können.
Zitate aus dem Ergebnisprotokoll der ASMK vom 27./28.11.2013:
„Soweit zusätzlich Leistungen der Eingliederungshilfe in Anspruch genommen werden, ist die Teilhabeleistung derzeit nach den für das Zwölfte Buch maßgeblichen Vor- schriften in die Bedarfsdeckung einzubeziehen. Die Inanspruchnahme erfolgt eben- falls nach den für das Sechste Kapitel des Zwölften Buches festgelegten Regelungen.“
„Geht man davon aus, dass durch den neu geschaffenen Anreiz (vorsichtig geschätzt) 5 % der Leistungsempfänger aus ihrer jetzigen Betreuungsform ausscheiden und weniger kostenintensive Angebote in Anspruch nehmen werden, kann dies zu Minderausgaben in Höhe von ca. 185 Mio. Euro jährlich führen.“
„In der Folge soll durch die Gewährung des Teilhabegeldes, das dem selbstbestimmten Leben des Menschen mit Behinderung dient, der Anspruch der Eltern des erwachsenen behinderten Kindes auf Kindergeld entfallen.“
Kölner Sozialrechtstag „Neuordnung der Leistungen für Menschen mit Behinderung“ am 20. März 2014 – Die Katze wird aus dem Sack gelassen!
Dort war das Wort „Wettkampfgetümmel“ der schlimmste Begriff, denn er beschreibt genau das, was der Behindertenbewegung seitens der Bundesregierung jetzt zugemutet wird. Während federführende Politiker sich in hübschen Sonntagsreden bei jeder passenden und unpassenden Möglichkeit mit dem Wort Inklusion schmücken, schicken sie alle Menschen mit Behinderung in einen „Wettkampf“ um den gedeckelten Geldtopf. Und diese Situation ist einfach nur unerträglich, weil die absolut berechtigten Forderungen des einen Personenkreises nur dann finanziert werden können, wenn ein anderer Personenkreis Streichungen hinnehmen muss. Da bei einem Wettkampf naturgemäß die Stärksten gewinnen, nimmt die Bundesregierung mit ihrer Vorgabe bewusst in Kauf, dass die Schwächsten ihrer Gesellschaft einschließlich ihrer Familien weiter auf die Verliererseite geschoben werden.
Prof. Preis nannte das Kindergeld für volljährige behinderte Kinder als (einziges) Beispiel für „Überversorgung“ und sprach sich dafür aus, dass man die geplante Streichung des Kindergeldes jetzt noch nicht „hinausposaunen“ sollte.
Zudem wiederholte Dr. Schmachtenberg vom BMAS mehrfach, dass keine neuen Ausgaben gemacht werden dürfen, Gelder „im System umgeschichtet“ werden müssten bzw. „Ressourcen freigespielt“ werden müssten.
Zusammenfassend gesagt: Inklusion soll auf Kosten und zu Lasten der
Schwerstbehinderten gemacht werden - ganz nach dem Prinzip: "Teile und herrsche!"
Sozialpsychologischer Exkurs:
Der genannte Personenkreis spielt sowohl im Bewusstsein der Öffentlichkeit als auch auf der politischen Agenda bislang so gut wie keine Rolle. Insofern handelt es sich auch um einen Verdrängungsmechanismus, um sich eben nicht mit dieser "unbequemen" Thematik auseinander setzen zu müssen. Dieser Mechanismus setzt sich sogar bis zu den stark zersplitterten Organisationen und Verbänden im Behindertenbereich fort: Auch von dort ist bislang weder eine Solidarisierung noch eine klare Positionierung hinsichtlich des angesprochenen Personenkreises erkennbar.
Somit spiegeln sich insgesamt die (negativen) Ergebnisse sozialpsychologischer Einstellungsforschung zum gesellschaftlichen Verhalten gegenüber Menschen mit Behinderung (http://bidok.uibk.ac.at/library/cloerke ... llung.html) wider, die immer noch tief und starr verwurzelt sind.
Bereits 1974 (!) verkündete Bundesarbeitsminister Walter Arendt (SPD): „Die Qualität des Lebens für die Behinderten in unserer Gesellschaft ist ein Spiegel der Qualität der Gesellschaft“.
Fazit: Solange sich Inklusion nicht am Maßstab besagter Personengruppe orientiert, kann sie einfach nicht gelingen und bleibt somit weiterhin eine Mogelpackung!


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 Betreff des Beitrags: Re: Pflegenotstand
#7Ungelesener BeitragVerfasst: Fr 18. Apr 2014, 10:56 
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Der Pflegenotstand führt dazu, dass Patienten in Heimen ruhig gestellt werden

Demenzkranke – ruhig gestellt, statt behandelt: Massenhafter Einsatz von Psychopharmaka bei Demenz - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/politik/deutschland ... 27736.html
Zitat:
Demenzkranke – ruhig gestellt, statt behandeltMassenhafter Einsatz von Psychopharmaka bei Demenz

Sonntag, 25.03.2012, 17:23

In Deutschland bekommt fast eine Viertelmillion pflegebedürftiger Menschen Psychopharmaka, ohne dass sie damit wirksam behandelt würden. Die Medikamente sollen sie ruhig stellen, um Pflegekosten zu sparen.

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Da wird einem Angst, wenn man dran denkt, dass einem das auch mal blühen kann.

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 Betreff des Beitrags: Re: Pflegenotstand
#8Ungelesener BeitragVerfasst: Fr 18. Apr 2014, 11:02 
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Mittwoch, 25. April 2012

Familientragödie im Allgäu

Dementer bemerkt Tote nicht.

Wochenlang liegen die Leichen einer 80 Jahre alten Frau und ihres behinderten Sohnes in einem Haus im Allgäu. Der 94 Jahre alte Familienvater lebt mit ihnen unter einem Dach. Weil er unter Demenz leidet, bemerkt er den Tod der beiden nicht.

In einer kleinen Gemeinde im Allgäu, nur wenige Kilometer vom Bodensee entfernt, hat sich eine erschütternde Familientragödie abgespielt. Über mehrere Wochen hinweg lagen eine 80-jährige Frau und ihr 52 Jahre alter Sohn unbemerkt tot in ihrem Haus, in dem auch der Familienvater lebt. Der Sohn sei behindert und von der Mutter abhängig gewesen, sagte ein Sprecher der Kripo Lindau und bestätigte einen Bericht der "Allgäuer Zeitung". Der 94-jährige Familienvater leidet unter Demenz und hat den Tod seiner Frau und seines Sohnes wohl nicht bemerkt.

Die Polizei hatte die stark verwesten Leichen im Obergeschoss des Hauses in Scheidegg (Landkreis Lindau) gefunden. Sie sollen dort über längere Zeit gelegen haben. "Wir gehen von Wochen bis Monaten aus." Wie die Frau und ihr Sohn gestorben sind, sei noch unklar. Es sei nicht auszuschließen, dass die 80-Jährige eines natürlichen Todes starb und der von ihrer Hilfe abhängige Sohn danach verhungerte.


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Einfach furchtbar! Und niemand hat was bemerkt?! Hatten die alten Leute keine Unterstützung? Auch furchtbar!!!

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 Betreff des Beitrags: Re: Pflegenotstand
#9Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 7. Mai 2014, 15:09 
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Zitate aus dem Ergebnisprotokoll der ASMK vom 27./28.11.2013:
„Soweit zusätzlich Leistungen der Eingliederungshilfe in Anspruch genommen werden, ist die Teilhabeleistung derzeit nach den für das Zwölfte Buch maßgeblichen Vor- schriften in die Bedarfsdeckung einzubeziehen. Die Inanspruchnahme erfolgt eben- falls nach den für das Sechste Kapitel des Zwölften Buches festgelegten Regelungen.“
„Geht man davon aus, dass durch den neu geschaffenen Anreiz (vorsichtig geschätzt) 5 % der Leistungsempfänger aus ihrer jetzigen Betreuungsform ausscheiden und weniger kostenintensive Angebote in Anspruch nehmen werden, kann dies zu Minderausgaben in Höhe von ca. 185 Mio. Euro jährlich führen.“
„In der Folge soll durch die Gewährung des Teilhabegeldes, das dem selbstbestimmten Leben des Menschen mit Behinderung dient, der Anspruch der Eltern des erwachsenen behinderten Kindes auf Kindergeld entfallen.“
Kölner Sozialrechtstag „Neuordnung der Leistungen für Menschen mit Behinderung“ am 20. März 2014 – Die Katze wird aus dem Sack gelassen!
Dort war das Wort „Wettkampfgetümmel“ der schlimmste Begriff, denn er beschreibt genau das, was der Behindertenbewegung seitens der Bundesregierung jetzt zugemutet wird. Während federführende Politiker sich in hübschen Sonntagsreden bei jeder passenden und unpassenden Möglichkeit mit dem Wort Inklusion schmücken, schicken sie alle Menschen mit Behinderung in einen „Wettkampf“ um den gedeckelten Geldtopf. Und diese Situation ist einfach nur unerträglich, weil die absolut berechtigten Forderungen des einen Personenkreises nur dann finanziert werden können, wenn ein anderer Personenkreis Streichungen hinnehmen muss. Da bei einem Wettkampf naturgemäß die Stärksten gewinnen, nimmt die Bundesregierung mit ihrer Vorgabe bewusst in Kauf, dass die Schwächsten ihrer Gesellschaft einschließlich ihrer Familien weiter auf die Verliererseite geschoben werden.
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Der genannte Personenkreis spielt sowohl im Bewusstsein der Öffentlichkeit als auch auf der politischen Agenda bislang so gut wie keine Rolle. Insofern handelt es sich auch um einen Verdrängungsmechanismus, um sich eben nicht mit dieser "unbequemen" Thematik auseinander setzen zu müssen. Dieser Mechanismus setzt sich sogar bis zu den stark zersplitterten Organisationen und Verbänden im Behindertenbereich fort: Auch von dort ist bislang weder eine Solidarisierung noch eine klare Positionierung hinsichtlich des angesprochenen Personenkreises erkennbar.
Somit spiegeln sich insgesamt die (negativen) Ergebnisse sozialpsychologischer Einstellungsforschung zum gesellschaftlichen Verhalten gegenüber Menschen mit Behinderung (http://bidok.uibk.ac.at/library/cloerke ... llung.html) wider, die immer noch tief und starr verwurzelt sind.
Bereits 1974 (!) verkündete Bundesarbeitsminister Walter Arendt (SPD): „Die Qualität des Lebens für die Behinderten in unserer Gesellschaft ist ein Spiegel der Qualität der Gesellschaft“.
Fazit: Solange sich Inklusion nicht am Maßstab besagter Personengruppe orientiert, kann sie einfach nicht gelingen und bleibt somit weiterhin eine Mogelpackung!


Ja, den Zustand einer Gesellschaft erkennt man daran, wie sie mit den Schwächsten umgeht, die wirklich selbst nichts dazu beitragen können und ständiger Hilfe, Versorgung, Zuneigung und Liebe bedürfen.
An die Politik: warum darf für diesen Personenkreis nicht mehr ausgegeben werden? Weil ihr die Milliarden an anderen Stellen in den Sand setzt oder sinnlos aus dem Fenster schmeißt???? Wer für den immer schlechter werdenen Zustand dieser schwerstbehinderten Menschen verantwortlich ist, ist in seiner/ihrer sozialen Kompetenz dermaßen behindert.....
Fazit sieht meiner Meinung nach so aus: Systematisch die Bedingungen verschlechtern, damit auch alle Schwangeren/Paare begreifen, die nachweislich ein behindertes Kind erwarten: Abtreibung!!!!! 1. ist schwerstbehindertes Leben von der Politik nicht erwünscht und 2. von einem großen Teil der Gesellschaft nicht akzeptiert...... ich könnte :iek:

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