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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Untersuchungshaft
#1Ungelesener BeitragVerfasst: Fr 28. Jan 2011, 15:28 
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In Berlin hat eine (obdachlose) notorische Schwarzfahrerin 6 Monate in Untersuchungshaft gesessen und ist jetzt zu 8 Monaten auf Bewährung verurteilt worden:

Zitat:
In Handschellen wird sie hereingeführt. Madonnenhaftes Gesicht, lange Wimpern, Gloss auf den üppigen Lippen, geflochtener Zopf. Eine gepflegte Erscheinung. Seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft. Geschieden, kinderlos, ohne festen Wohnsitz. Ihre Adresse differierte, zwischen ihrem Morgen und ihrem Abend lagen immer mehrere Hundert Kilometer. Festen Boden betrat sie nur zum Umsteigen.


Quelle: bz-berlin.de

Das wirft natürlich die Frage nach dem Dauerärgernis der frei herumlaufenden Gewalt - Intensivtäter auf, hier ein Zitat aus einem Beitrag eines Teilnehmers des Forums politikforen.net und meine Antwort darauf:

Zitat:
Natürlich soll man nicht notorisch schwarzfahren, aber wenn ich daran denke, dass notorische Messerstecher ("Intensivtäter") nach einem kurzen Verhör auf freien Fuß kommen, erscheint mir die Haftzeit arg lang. Offenbar kann die Justiz, wenn sie will.


Da geht es ja auch um die finanziellen Interessen eines großen Konzerns mit dem Staat als Hauptaktionär und Hauptdividendenbezieher. Solche Geldflüsse müssen gesichert werden, damit auch Richtergehälter sicher bleiben.

Die frei herumlaufenden Gewalt - Intensivtäter dagegen gefährden nur etwas, was für deutsche Staatsmächtige schon immer nachrangig war, nämlich Würde, Leben, Gesundheit und nicht zuletzt auch die Freiheit der eigenen Staatsbürger, die im heutigen Deutschland schon lange nicht mehr riskieren können, sich zu jeder Tages- und Nachtzeit an jedem Ort in Deutschland aufzuhalten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Untersuchungshaft
#2Ungelesener BeitragVerfasst: Fr 28. Jan 2011, 16:12 
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AlexRE hat geschrieben:
In Berlin hat eine (obdachlose) notorische Schwarzfahrerin 6 Monate in Untersuchungshaft gesessen und ist jetzt zu 8 Monaten auf Bewährung verurteilt worden:

Zitat:
In Handschellen wird sie hereingeführt. Madonnenhaftes Gesicht, lange Wimpern, Gloss auf den üppigen Lippen, geflochtener Zopf. Eine gepflegte Erscheinung. Seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft. Geschieden, kinderlos, ohne festen Wohnsitz. Ihre Adresse differierte, zwischen ihrem Morgen und ihrem Abend lagen immer mehrere Hundert Kilometer. Festen Boden betrat sie nur zum Umsteigen.


Quelle: bz-berlin.de

Das wirft natürlich die Frage nach dem Dauerärgernis der frei herumlaufenden Gewalt - Intensivtäter auf, hier ein Zitat aus einem Beitrag eines Teilnehmers des Forums politikforen.net und meine Antwort darauf:

Zitat:
Natürlich soll man nicht notorisch schwarzfahren, aber wenn ich daran denke, dass notorische Messerstecher ("Intensivtäter") nach einem kurzen Verhör auf freien Fuß kommen, erscheint mir die Haftzeit arg lang. Offenbar kann die Justiz, wenn sie will.


Da geht es ja auch um die finanziellen Interessen eines großen Konzerns mit dem Staat als Hauptaktionär und Hauptdividendenbezieher. Solche Geldflüsse müssen gesichert werden, damit auch Richtergehälter sicher bleiben.

Die frei herumlaufenden Gewalt - Intensivtäter dagegen gefährden nur etwas, was für deutsche Staatsmächtige schon immer nachrangig war, nämlich Würde, Leben, Gesundheit und nicht zuletzt auch die Freiheit der eigenen Staatsbürger, die im heutigen Deutschland schon lange nicht mehr riskieren können, sich zu jeder Tages- und Nachtzeit an jedem Ort in Deutschland aufzuhalten.


Das ist ein schwieriges Thema.

Natürlich ist es falsch, sogenannte "Intensivtäter" laufen zu lassen, die neben wirtschaftlichen Schäden vor allem physische und psychische Schäden bei ihren Opfern verusachen,
und gleichzeitig jemand anderen für etwas, was in den Augen vieler ein "Kavaliersdelikt" ist, für ein halbes Jahr in Untersuchungshaft zu stecken. Zumal der Bahn nicht wirklich ein wirtschaftlicher Schaden entstanden ist, denn:

  • wäre sie nicht schwarzgefahren, wäre sie gar nicht gefahren, da sie als Obdachlose wohl kaum Geld für die Fahrkarten hätte aufbringen können
  • die Bahn hat ihretwegen nicht eine Fahrkarte / Sitzplatzreservierung weniger verkauft
  • die von ihr genutzten Züge wären auch gefahren, wenn sie nicht eingestiegen wäre

Aber das ist schon wieder eine kritische Sichtweise, denn wenn das jeder so sehen und deshalb schwarzfahren würde, hätte die Bahn tatsächlich einen wirtschaftlichen Schaden.

Trotzdem gibt es Gründe für diese ungerecht wirkende (und wohl auch real existierende) Ungerechtigkeit, die ich einigermaßen nachvollziehen kann.

Ich vermute mal, die Frau saß deshalb so lange in U-Haft, weil sie als Obdachlose keinen festen Wohnsitz vorweisen konnte. Es bestand also erhöhte "Fluchtgefahr". Die meisten "Intensivtäter" dagegen dürften einen Wohnsitz haben, Minderjährige noch unter der (mangelhaften) Aufsicht der Eltern stehen usw., so daß dieser Grund für eine U-Haft nicht besteht.

Und teilweise sind diese "Intensivtäter" leider auch noch nicht strafmündig, so daß eine U-Haft nach dem Gesetz ebenfalls nicht in Frage kommt.

Viel wichtiger als der Vergleich der Dauer der U-Haft wäre für mich (bei strafmündigen Tätern) daher der Vergleich der endgültigen Strafe für den Intensivtäter mit den 8 Monaten auf Bewährung, die die Schwarfahrerin erhalten hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Untersuchungshaft
#3Ungelesener BeitragVerfasst: Fr 28. Jan 2011, 19:46 
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Der Haftgrund geht zwar aus dem Artikel nicht hervor, ich vermute aber auch, dass die Fluchtgefahr hier mangels festem Wohnsitz als extrem hoch angesehen wurde und die Entscheidung für die U-Haft allein getragen hat. Gegen Obdachlose kann nach dem Wortlaut des Gesetzes ausnahmsweise auch bei Bagatelldelikten U-Haft angeordnet werden (was ich etwas fragwürdig finde):

http://dejure.org/gesetze/StPO/113.html

Dennoch ist der Vergleich dieser Schwarzfahrerein mit den frei herumlaufenden Gewalt - Intensivtätern auch nach der Rechtsläge im Ergebnis ärgerlich, typischerweise haben die nämlich zumindest mehrere gefährliche Körperverletzungen begangen (§ 224 StGB), die sind aber in dem Katalog des § 112a StPO, der die Voraussetzungen für die U-Haft wegen Wiederholungsgefahr regelt, aufgeführt:

http://dejure.org/gesetze/StPO/112a.html

Hier noch der Wiki - Link zum gesamten Thema "U-Haft".

http://de.wikipedia.org/wiki/Untersuchu ... eutschland)


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 Betreff des Beitrags: Re: Untersuchungshaft
#4Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 9. Feb 2011, 12:51 
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:chr2: Sehr interessant zu lesen - ich werde heute Abend das Forum mal weiter durchforsten und hoffentlich auf noch mehr solche interessanten Themen stossen.

Leider wird das Thema allgemein sehr wenig angesprochen, antworten sind rarr.
Wodran könnte das jetzt liegen

  • Es gibt andere Themen die wichtiger erscheinen?
  • Das Thema Jugendliche scheint uninteressant zu sein, weil der Anschein nahe liegt, dass die Jugend von heute - eh macht was sie will?
  • Es Betroffenen vielleicht auch zu peinlich ist darüber zu reden?
  • Die Vermutung nahe liegen könnte, dass es genug Menschen gibt die sich darum kümmern?

Da könnten bestimmt noch viel mehr Fragen auftauchen aber ernsthaft kümmern sich nur wenige ... leider ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Untersuchungshaft
#5Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 25. Apr 2011, 14:05 
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Ein glasklarer versuchter Totschlag ist jedenfalls kein Anlass mehr für U-Haft, dazu sind diese Gewaltexzesse offenbar schon zu alltäglich:

http://meinungen.gmx.net/forum-gmx/post/11915759?sp=1442#jump

Zitat:
Aha, Haftbefehl wegen versuchten Totschlags, aber ein Grund für U-Haft wird nicht gesehen.

Offenbar geht der Haftrichter schon davon aus, dass der Täter Bewährung bekommt.

So wird allen anderen gewaltgeneigten jungen Männern signalisiert, dass bei uns jeder zumindest einen "Freischuss" gegen das Lebensrecht anderer Menschen hat.

Wenn ich mir den Text des Art. 1 GG anschaue (= die Menschenwürde zu SCHÜTZEN ist unbedingte Pflicht jeder Staatsgewalt), scheint mir doch eine erhebliche Pflichtvergessenheit bei unserer Justiz eingerissen zu sein.

Übrigens: mehrere andere Menschen zuvor aggressiv angegangen + Tatmotiv Aggressionen abreagieren = planvolles Degradieren anderer Menschen zum reinen Objekt ihrer Befindlichkeiten. Ich erlaube mir da mal die Rechtsauffassung, das man daraus einen niederen Beweggrund (= versuchter Mord) ableiten MUSS.

Aber das werden solche Richter ganz bestimmt nicht tun, dann würde es ja noch schwerer bzw. unmöglich, solchen Killern Bewährung zu geben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Untersuchungshaft
#6Ungelesener BeitragVerfasst: Di 26. Apr 2011, 02:29 
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Zitat:
Ein glasklarer versuchter Totschlag.....


ich würde eher sagen ein mißlungener totschlag statt ein versuchter...

ich habe das video dazu gesehen.... erschreckkend + unglaublich das der richter ihn hat gehen lassen, sorry, aber der hat doch einen an der klatsche, oder?!
ein grade 18 jähriger, mit einem derart hohen aggressionspotential gehört m.E. weggesperrt + therapiert, da würde das vllt. auch noch sinn machen.
dieses video muß dem haftrichter doch vorgelegen haben + ich verstehe nicht, wenn da kein haftgrund vorliegt, wann denn dann, an brutalität kaum zu überbieten, ich kann das nicht nachvollziehen, das opfer hatte ja nicht mal die möglichkeit sich zu schützen am kopf, das zeugt doch echt von ungeheurer niederer gesinnung des täters....

ich glaube nicht das der täter mit erheblichen konsequenzen zu rechnen hat, dafür spricht das er nicht in u-haft genommen wurde, ich denke er wird erst mal kleine brötchen backen, weiterhin die zeit die für ihn arbeitet, denn wie immer, bis er sein verfahren kriegt dauert`s, wie gehabt, bis dahin is der täter dann "geläutert" + das nachsehen haben dann die opfer...

anscheinend wird in der gerichtsbarkeit überhaupt nicht reflektiert, sonst müßte man doch erkennen das mit diesen wischi- waschi urteilen überhaupt nix erreicht wird, im gegenteil, hat es doch in der vergangenheit schon genug tote gegeben aufgrund von gewaltdelikten jugendlicher wobei mir persönlich das völlig egal ist ob es migranten, ausländer oder deutsche sind.
ich vermisse hier ganz klar präventivmaßnahmen.
einen jugendlichen der dabei war einen menschen zu tode zu treten, wäre er nicht gestoppt worden, auf freiem fuß zu setzen gehört jedenfalls nicht zur vorbeugung,
ist eher ein freifahrtschein für andere potentielle täter + ein schlag ins gesicht für die opfer...


von allen tieren ist der mensch das einzige das grausam ist
keines außer ihm fügt anderen schmerz aus vergnügen zu

mark twain

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dem traue ich nie, der einmal treue brach.
william shakespeare


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