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 Betreff des Beitrags: Re: Behindertes Kind hat kein Recht aufs Rad
#11Ungelesener BeitragVerfasst: Di 30. Nov 2010, 22:41 
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mathie hat geschrieben:
Wenn wir ein Sozialstaat bleiben wollen, müssen wir selber die Ärmel aufkrempeln, um etwas zu erreichen. Deutschland ist hoch verschuldet... schon gehört. Und Deutschland sind wir.


Die Privatvermögen - insbesondere natürlich die ganz grossen - sind in den letzten Jahren deutlich stärker gewachsen als die Staatschulden und mittlerweile 4 x so hoch.

Du kannst bis zum äussersten Anschlag Ärmel krempeln und Gürtel enger schnallen, damit kriegst Du in diesem Asozialstaat die öffentlichen Schulden nicht runter, wohl aber die grossen Geldhaufen, die bei stagnierenden Realeinkommen seit 1990 auf das Fünfache angewachsen sind, noch einmal verdoppelt und verdreifacht.

Bereits jetzt können die normalen Zins- und Mietenzahler aus ihrem Einkommen die Riesenvermögen nicht mehr über solide Finanzgeschäfte bedienen. Die Reichen und ihre Verwalter müssen deshalb zocken und die Steuerzahler wegen der "Systemrelevanz" der vermögensverwaltenden Banken die Verlierer auffangen.

Je braver und fleissiger Du als Bürger bist, desto höher werden mithin die Staatsschulden und die Privatvermögen - bis es kracht. Der crash ist unvermeidlich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Behindertes Kind hat kein Recht aufs Rad
#12Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 1. Dez 2010, 06:25 
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[quote="mathie"]Liebe Cleopatra,
es geht hier nur um das Urteil und nicht darum, ob ich einem behinderten Menschen das Rad gönne oder nicht.
Das Urteil muß deswegen so ausfallen, weil wir für Schwiegerpaps nicht mal eine Rampe genehmigt bekommen haben, denn das einem zustehende Geld der Pflegeversicherung ist begrenzt und wurde bereits beim Umbau des Bades auf Behindertengerecht "verbraten".

sorry, aber es ging hier nich darum ob " schwiegerpaps rampe" genehmigt wird, sondern um die lebensqualität eines behinderten menschen, bzw. kindes....

Ja, wir sind ein Sozialstaat und daraus leiten wir ab, dass der Staat alles richten - sprich zahlen - muß ? So ein Unsinn.
Wenn wir ein Sozialstaat bleiben wollen, müssen wir selber die Ärmel aufkrempeln, um etwas zu erreichen. Deutschland ist hoch verschuldet... schon gehört. Und Deutschland sind wir.

wie es Alex schon sehr treffend sagt, ist es wohl eher ein Asozialstaat, obschon ich hätte da eher schon Unsozialstaat gesagt.
mir persönlich wäre das auch pups egal wenn ich steuern zahlen müßte für menschen die behindert, krank, oder einfach nur am rande ihres existenzminimums leben, mehr oder minder komme ich vllt. ja auch zwangsläufig dazu solche hilfe in anspruch nehmen zu müßen, deshalb nehm`ich meinen mund ja auch nich zu voll, geht ja alles schneller wie man denkt, ach ja,
cleo is nich blöd, das "schon gehört"...(in bezug zur verschuldung deutschland) hätte man sich auch schenken können....
das dazu.....würdest du ihre beiträge lesen.....ja,dann.....
o.k. zur verschuldung in unserem land; würde unsere kanzlerin nich die eulen nach athen tragen sähe das sicherlich besser hier aus,., aber solange sie unsere resourcen ausser landes trägt, werden wohl auch weiterhin die schwächsten, bzw. ärmsten darunter leiden müßen.....siehe sparpaket, während sich die politiker ungehemmt ihre diäten erhöhen PUNKT
wäre angebracht sich darüber aufzuregen,statt sich über ein fahhrrad für einen behinderten gedanken zu machen welches, oh weia, möglicherweise der steuerzahler auf seine kosten nehmen muß, kann, sollte, oder auch nich....!


Und was denkst du, wer dafür zahlt?

also ich bezahle gerne dafür wenn ich weiß das auch nur ein einziges behindertes kind eine angemessene entsprechende lebensqualität hat, + sei es auch nur durch ein für uns vllt. popeliges fahrrad !!

Wir, die Steuerzahler.

supi, WIR, DIE STEUERZAHLER....die, welche leider, warum auch immer, gerade mal keine steuern zahlen können....darunter auch menschen die bis jetzt oder bis vor kurzem steuern einbezahlt haben..... wenn du so willst, wir büßen für die "sünden" derer die wir unter falschen voraussetzungen, unter vorspielung falscher tatsachen + versprechungen, dem mißbrauch des guten glaubens,usw........
gewählt haben wir jene die uns auf diese weise arglististig getäuscht haben. das hat sich sicher niemand ausgedacht welcher in gutem glauben gehandelt hat. hat aber im prinzip nix mit versicherungen zu tun, die haben ja auch noch ihre ganz eigene "politik"
....vllt. sollte man hier erst mal die ursachen derartiger probleme klarstellen ,bzw. herauskristalliesieren, bevor hier grundsätzlich der steuerzahler zur verantwortung gezogen wird.

[/i]


Es gibt vieles, was weitaus wichtiger wäre, als das jedes behinderte Kind einen eigenen Fahrradrolli bekommt. [/quote

[b] stimmt, siehe diesen hier http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... Reise.html


[i] p.s in eigener sache, es ging um ein behinderten gerechtes rad, welches die lebensqualität wohl um einiges erhöhen würde + nich um irgendeinen trolli....hört sich irgendwie....an....na ja, vllt. denkst du mal nach.....

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 Betreff des Beitrags: Re: Behindertes Kind hat kein Recht aufs Rad
#13Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 1. Dez 2010, 06:59 
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sorry, der link in meinem letzten beitrag is nich mehr aktuell + ungültig, leider kann ich das nicht ändern, weil hier die "beitrag ändern" funktion fehlt.
es ging um die reisekosten von uns tante merkel zum WM viertelfinal/oder halbfinalspiel in bzw. nach südafrika, habe das so mal kopiert:

Der Bund der Steuerzahler hat Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert, auf den Besuch des WM-Viertelfinales der deutschen Fußballer gegen Argentinien am Samstag in Südafrika zu verzichten. „Ein solcher Flug in der momentanen Situation wäre ein völlig falsches Signal“, sagte der Präsident des Steuerzahlerbundes, Karl Heinz Däke, der „Passauer Neuen Presse“. „Diese Reise ist ein Unding“, betonte Däke, der auf die Probleme der Bundesregierung verwies und an das geplante Sparpaket erinnerte.
Eine Flugstunde mit einer Regierungsmaschine koste deutlich mehr als 10.000 Euro. „Es kann nicht sein, dass man für den Besuch eines Viertelfinales so mit Steuergeldern umgeht“, sagte er. Eine solche Reise sei nur bei einem Endspiel gerechtfertigt. „Frau Merkel verspielt sich jetzt noch die letzten Sympathien“, sagte Däke der Zeitung.


tja, für manche anscheinend peanuts, im gegensatz zu einem fahrrad.....für einen behinderten

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 Betreff des Beitrags: Re: Behindertes Kind hat kein Recht aufs Rad
#14Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 1. Dez 2010, 07:06 
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shakespeare hat geschrieben:
sorry, der link in meinem letzten beitrag is nich mehr aktuell + ungültig, leider kann ich das nicht ändern, weil hier die "beitrag ändern" funktion fehlt.
es ging um die reisekosten von uns tante merkel zum WM viertelfinal/oder halbfinalspiel in bzw. nach südafrika, habe das so mal kopiert:

Der Bund der Steuerzahler hat Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert, auf den Besuch des WM-Viertelfinales der deutschen Fußballer gegen Argentinien am Samstag in Südafrika zu verzichten. „Ein solcher Flug in der momentanen Situation wäre ein völlig falsches Signal“, sagte der Präsident des Steuerzahlerbundes, Karl Heinz Däke, der „Passauer Neuen Presse“. „Diese Reise ist ein Unding“, betonte Däke, der auf die Probleme der Bundesregierung verwies und an das geplante Sparpaket erinnerte.
Eine Flugstunde mit einer Regierungsmaschine koste deutlich mehr als 10.000 Euro. „Es kann nicht sein, dass man für den Besuch eines Viertelfinales so mit Steuergeldern umgeht“, sagte er. Eine solche Reise sei nur bei einem Endspiel gerechtfertigt. „Frau Merkel verspielt sich jetzt noch die letzten Sympathien“, sagte Däke der Zeitung.


tja, für manche anscheinend peanuts, im gegensatz zu einem fahrrad.....für einen behinderten



Hab Dir den Link repariert, shakespeare, sollte jetzt wieder funktionieren. :)


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folgende User möchten sich bei BabyPython bedanken:
 Betreff des Beitrags: Re: Behindertes Kind hat kein Recht aufs Rad
#15Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 1. Dez 2010, 07:14 
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BabyPython hat geschrieben:
shakespeare hat geschrieben:
sorry, der link in meinem letzten beitrag is nich mehr aktuell + ungültig, leider kann ich das nicht ändern, weil hier die "beitrag ändern" funktion fehlt.
es ging um die reisekosten von uns tante merkel zum WM viertelfinal/oder halbfinalspiel in bzw. nach südafrika, habe das so mal kopiert:

Der Bund der Steuerzahler hat Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert, auf den Besuch des WM-Viertelfinales der deutschen Fußballer gegen Argentinien am Samstag in Südafrika zu verzichten. „Ein solcher Flug in der momentanen Situation wäre ein völlig falsches Signal“, sagte der Präsident des Steuerzahlerbundes, Karl Heinz Däke, der „Passauer Neuen Presse“. „Diese Reise ist ein Unding“, betonte Däke, der auf die Probleme der Bundesregierung verwies und an das geplante Sparpaket erinnerte.
Eine Flugstunde mit einer Regierungsmaschine koste deutlich mehr als 10.000 Euro. „Es kann nicht sein, dass man für den Besuch eines Viertelfinales so mit Steuergeldern umgeht“, sagte er. Eine solche Reise sei nur bei einem Endspiel gerechtfertigt. „Frau Merkel verspielt sich jetzt noch die letzten Sympathien“, sagte Däke der Zeitung.


tja, für manche anscheinend peanuts, im gegensatz zu einem fahrrad.....für einen behinderten



Hab Dir den Link repariert, shakespeare, sollte jetzt wieder funktionieren. :)


danke süße, guten morgen + einen schönen tag dir!!! ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Behindertes Kind hat kein Recht aufs Rad
#16Ungelesener BeitragVerfasst: Mi 1. Dez 2010, 21:26 
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Hallo 8-)
Es freut mich sehr, feststellen zu können, dass hier Freundschaften geschlossen werden…

@ Liebe shakespeare . Warum hältst du den Vergleich mit einer Rampe für Schwiegervater für unsinnig? Ist ein halbseitig gelähmter alter Mensch, der ohne Rampe das Haus mit seinem Rollstuhl nicht mehr verlassen kann, für NICHT behindert? Oder ist ein alter Mensch nichts mehr wert?
Ja, das Geld war verbraucht und dann gibt es nichts mehr. So sind die Gesetze.
Ich sehe keinen Grund, einen Richter zu beschimpfen, weil er Entscheidungen aufgrund bestehender Gesetze fällt.
Natürlich haben die Kranken- und Pflegekassen mit Politik zu tun. Keineswegs ist es so, dass sie schalten und walten können, wie sie wollen.
Das Geld, was dort einbezahlt wird, muss für alle Versicherten reichen. Aber die Pflegeversicherung gibt es noch gar nicht so lange und darum wird jeder Cent hart umkämpft. Denn jeder will etwas von dem Kuchen abhaben.
Sicherlich ist unser Konzept von Pflege - und Krankenversicherungen noch nicht ausgereift genug. Leider gibt es zu viele Lobbyisten, die nur ihre Interessen verfolgen und sich einen Dreck um andere scheren. Das verhindert zu oft den Wechsel in funktionierende und gerechtere Systeme.

Off topic: Erstens habe ich mich nicht aufgeregt, sondern nur von meinem Recht Gebrauch gemacht, einen Beitrag zu kommentieren. Meine Meinung muss auch nicht zwangsläufig deine Meinung sein, aber du solltest dir wenigstens die Mühe machen, die Kommentare gründlicher zu lesen.
Dort steht, das ich sehr wohl bereit bin, meinen Beitrag zum Fahrrad-Rolli (Rolli = allgemeine Abkürzung von Rollstuhl – nicht zu verwechseln mit TRolli = Koffer mit Räder.) zu leisten. Nur NICHT IN FORM VON STEUERN – da sie nicht dort ankommen, wofür sie erhoben werden.

Asozialstaat? Unsozialstaat? Nein, das sind wir nicht. Und wenn ihr mal etwas weiter über den Tellerrand schauen würdet, wüsstet ihr das auch. Es ist richtig, dass die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander klafft. Ich finde auch viele Entscheidungen unserer Politiker fragwürdig, aber deswegen sind wir noch lange kein Asozialstaat.

@ AlexRE. Was die Finanzen betrifft. Tja, so sind die Menschen: Raffgierig bis zum letzten. Nicht nur hier, sondern weltweit. Deutschland ist doch nur ein kleines Licht in der Finanzwelt. Uns geht es doch noch gut im Vergleich zu anderen europäischen Staaten. Sonst müssten „wir“ ja nicht immer zahlen. Vielleicht sind sie bei uns doch nicht ganz so korrupt, wie woanders 8-)
Aber klar ist auch: Ohne das Ausland sähe es auch bei uns finster aus. Wir erwirtschaften sehr viel Vermögen mit dem Export. Wohin sollten wir denn exportieren?
Schon lange sind wir auf andere Staaten genauso angewiesen, wie sie auf uns. Der Nachteil der Globalisierung tritt immer deutlicher zu Tage und der Nachteil des „immerwährenden“ Wachstums auch. Wenn man ganz oben steht, geht es irgendwann nur noch bergab…

@ Euch beiden liebe Grüße :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Behindertes Kind hat kein Recht aufs Rad
#17Ungelesener BeitragVerfasst: So 5. Dez 2010, 15:04 
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Zitat:
Die Pflegekassen können finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Pflegebedürftigen gewähren, beispielsweise für technische Hilfen im Haushalt, wenn dadurch im Einzelfall
•die häusliche Pflege ermöglicht oder
•erheblich erleichtert (Überforderung der Pflegekraft bzw. des Pflegebedürftigen verhindern) oder
•eine möglichst selbständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederhergestellt wird.

Und: Maßnahmen in diesem Sinne sind Maßnahmen, welche im wesentlichen mit Eingriffen in die Bausubstanz verbunden sind, z.B.
•Türverbreiterungen
•festinstallierte Treppenlifter
•festinstallierte Liftsysteme im Bad
Außerdem der Ein- und Umbau von Möbeln, welche zur Verbesserung der Pflegesituation hergestellt oder umgebaut werden, z.B.
•Austausch der Badewanne durch eine Dusche oder eine
•motorbetriebene Absenkung von Küchenschränken.
Wohnraumanpassung beinhaltet auch den Umzug in andere Wohnung, wenn dadurch häusliche Pflege möglich wird.


Zitat:
Die Pflegekassen sollen technische Hilfsmittel in allen geeigneten Fällen vorrangig leihweise überlassen. Sie können die Bewilligung davon abhängig machen, daß die Pflegebedürftigen sich das Pflegehilfsmittel anpassen oder sich selbst oder die Pflegeperson in seinem Gebrauch ausbilden lassen. Der Anspruch umfaßt auch die notwendige Änderung, Instandsetzung und Ersatzbeschaffung von Hilfsmitteln sowie die Ausbildung in ihrem Gebrauch. Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, haben zu den Kosten der Hilfsmittel mit Ausnahme der Hilfsmittel nach Absatz 2 eine Zuzahlung von zehn vom Hundert, höchstens jedoch 25 Euro je Hilfsmittel an die abgebende Stelle zu leisten. Zur Vermeidung von Härten kann die Pflegekasse den Versicherten in entsprechender Anwendung der §§ 61, 62 des Fünften Buches ganz oder teilweise von der Zuzahlung befreien. Lehnen Versicherte die leihweise Überlassung eines Hilfsmittels ohne zwingenden Grund ab, haben sie die Kosten des Hilfsmittels in vollem Umfang selbst zu tragen.


Zitat:
Die Pflegekassen können subsidiär finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Pflegebedürftigen gewähren, beispielsweise für technische Hilfen im Haushalt, wenn dadurch im Einzelfall die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder eine möglichst selbständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederhergestellt wird. Die Höhe der Zuschüsse ist unter Berücksichtigung der Kosten der Maßnahme sowie eines angemessenen Eigenanteils in Abhängigkeit von dem Einkommen des Pflegebedürftigen zu bemessen. Die Zuschüsse dürfen einen Betrag in Höhe von 2 557 Euro je Maßnahme nicht übersteigen.

Sozialgesetzbuch Elftes Buch
Soziale Pflegeversicherung


Sozialgesetzbuch ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Behindertes Kind hat kein Recht aufs Rad
#18Ungelesener BeitragVerfasst: So 5. Dez 2010, 19:44 
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Bundessozialgericht

BSG, Urteil vom 12. 8. 2009 - B 3 P 4/ 08 R

1 Tatbestand: Der im April 1993 geborene Kläger ist erheblich körperlich und geistig behindert und erhält von der beklagten Pflegekasse Leistungen nach der Pflegestufe III. Mit seinen Eltern bewohnt er ein zweigeschossiges Einfamilienhaus. Auf seinen Antrag gewährte ihm die Beklagte in der 1. Jahreshälfte 2003 einen Zuschuss in Höhe von 2. 557 Euro für den Einbau eines Treppenlifts als wohnumfeldverbessernde Maßnahme nach § 40 Abs 4 SGB XI. Ende Juni 2003 beantragte der Kläger unter Vorlage einer vertragsärztlichen Verordnung "zur Vermeidung stationärer Pflege" die Gewährung einer Deckenliftanlage mit umhängbarem Deckenlift für Kinderzimmer, Bad und Toilette zum Preis von 6. 244, 10 Euro. Die Beklagte lehnte dies ab, weil es sich erneut um eine wohnumfeldverbessernde Maßnahme handele und keine Änderung der Pflegesituation oder des Wohnumfeldes eingetreten sei; auch wenn bauliche Verbesserungsmaßnahmen in Einzelschritten durchgeführt würden, könne der Höchstförderbetrag von 2. 557 Euro nur einmal in Anspruch genommen werden (Bescheid vom 4. 8. 2003, Widerspruchsbescheid vom 3. 11. 2003).

2 Das Sozialgericht (SG) hat die Beklagte unter Aufhebung der angefochtenen Bescheide verurteilt, dem Kläger die begehrte Deckenliftanlage zur Verfügung zu stellen, und zur Begründung ausgeführt, es handele sich nicht um eine wohnumfeldverbessernde Maßnahme, sondern um ein sog technisches Pflegehilfsmittel iS von § 40 Abs 1 und 3 SGB XI, weil die Installation einer Deckenliftanlage - anders als der Einbau eines Treppenlifts - keinen wesentlichen Eingriff in die Bausubstanz des elterlichen Wohnhauses erfordere (Urteil vom 24. 8. 2007). Auf die Berufung der Beklagten hat das Landessozialgericht (LSG) das erstinstanzliche Urteil geändert und die Beklagte unter Zurückweisung der weitergehenden Berufung verurteilt, den Kläger im Hinblick auf die erneute Gewährung eines Zuschusses für eine Maßnahme zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes neu zu bescheiden; im Übrigen hat es die Klage abgewiesen (Urteil vom 24. 4. 2008): Die streitbefangene Deckenliftanlage sei kein Pflege- und damit auch kein technisches Hilfsmittel iS von § 40 Abs 3 SGB XI. Im Gegensatz zur Wertung des SG sei für den Senat ausschlaggebend, dass die Führungsschienen der Anlage mittels Dübeln an der Wohnungsdecke befestigt werden müssten; dies stelle eine dauerhafte Verbindung mit dem Mauerwerk iS eines wesentlichen Eingriffs in die Bausubstanz dar. Allerdings seien die Voraussetzungen des § 40 Abs 4 Satz 1 SGB XI erfüllt, sodass die Beklagte erneut im Ermessenswege darüber zu befinden habe, ob dem Kläger ein weiterer Zuschuss für eine wohnumfeldverbessernde Maßnahme zustehe. Diesem Anspruch stehe die Regelung des § 40 Abs 4 Satz 3 SGB XI nicht entgegen, denn die Einbauten von Treppenlift und Deckenliftanlage seien nicht als einheitliche Maßnahme anzusehen. Der erstere sei schon 1997 beantragt worden, als der Kläger vier Jahre alt gewesen sei, der letztere erst im Jahre 2003, als der Kläger das 10. Lebensjahr vollendet hatte; inzwischen habe sich dessen Pflegesituation grundlegend geändert. Doch auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Treppenlift tatsächlich erst im Jahre 2003 eingebaut worden sei, ergebe sich nichts Anderes; denn im Zeitpunkt der Berufungsentscheidung (April 2008) sei wiederum eine sehr gravierende Veränderung im Pflegebedarf des Klägers eingetreten, denn nunmehr sei er bereits 15 Jahre alt.



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 Betreff des Beitrags: Re: Behindertes Kind hat kein Recht aufs Rad
#19Ungelesener BeitragVerfasst: So 5. Dez 2010, 19:48 
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Rechtsgrundlage für Zuschüsse zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes in der sozialen Pflegeversicherung ist § 40 Abs 4 SGB XI.
Dort heißt es: "Die Pflegekassen können subsidiär finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Pflegebedürftigen gewähren, beispielsweise für technische Hilfen im Haushalt, wenn dadurch im Einzelfall die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder eine möglichst selbstständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederhergestellt wird.

Die Höhe der Zuschüsse ist unter Berücksichtigung der Kosten der Maßnahme sowie eines angemessenen Eigenanteils in Abhängigkeit von dem Einkommen des Pflegebedürftigen zu bemessen. Die Zuschüsse dürfen einen Betrag in Höhe von 2. 557 Euro je Maßnahme nicht übersteigen."

Die Norm ist Teil des Gesetzesprogramms, der häuslichen Pflege den Vorrang vor der stationären Pflege zu geben (§ 3 Satz 1 SGB XI). Sie berücksichtigt, dass Leistungen zur Anpassung des Wohnumfeldes an die Bedürfnisse kranker und behinderter Menschen im Sozialleistungssystem der GKV seit jeher nicht vorgesehen waren und deshalb ein in die Zuständigkeit der Pflegeversicherung fallender Leistungsbedarf bestehen kann, soweit nicht andere Träger für die behindertengerechte Gestaltung des Wohnumfeldes einzustehen haben. Hat kein anderer Leistungsträger vorrangig einzutreten, soll deshalb die soziale Pflegeversicherung - allerdings beschränkt auf den finanziellen Rahmen des § 40 Abs 4 Satz 3 SGB XI - die behindertengerechte Umgestaltung der Wohnung des Pflegebedürftigen fördern, wenn dadurch die häusliche Pflege überhaupt erst ermöglicht oder erheblich erleichtert wird oder ein Verbleiben des Pflegebedürftigen in seiner häuslichen Umgebung und damit eine möglichst selbstständige Lebensführung sichergestellt werden kann (vgl BT-Drucks 12/ 5262 S 114 zu Art 1 § 36 Abs 4 des Gesetzesentwurfs von CDU/ CSU und FDP zum Pflege-Versicherungsgesetz).


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#20Ungelesener BeitragVerfasst: So 5. Dez 2010, 20:24 
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Hallo CoolCheffe 8-)
Danke schön für die Hinweise. Sie sind mir bekannt. Schwiegerpaps ist seit 5 Jahren ein Pflegefall, mit den ganzen Anträgen und allem sind wir längst durch. Und ich muß dazu sagen, das wir uns in keiner Weise über die Pflege - und Krankenkasse beschweren können. Wir wurden in allem gut unterstützt, haben alle Hilfsmittel erhalten, die notwendig waren und letztlich wurde auch für die Rampe eine günstigere, aber machbare Alternative gefunden.
Das Gerichtsurteil ist hochinteressant. Ein Nachteil in unserem Land ist wirklich, das Entscheidungswege solcher gravierend-wichtiger Hilfsmittel tatsächlich Jahre dauern kann. In den Fällen, wo Eltern das Geld vorschießen können, ist es nicht ganz so dramatisch. Aber wer nichts hat, ist arm dran. Der wird sich auch das Klagen genau überlegen.
Generell bin ich der Meinung, das sich Gerichte überhaupt nicht mit solchen Streitfällen auseinandersetzen müßten. Ich könnte mir eine unabhängige Institution aus kompetenten Ärzten und Pflegekräften vorstellen, die solche Entscheidungen - deutlich schneller - treffen könnten.
Natürlich muß man auch in diesem Fall die Frage stellen, ob der Deckenlift überhaupt notwendig ist. Wir haben zum Beispiel einen fahrbaren Lifter kostenlos von der Pflegekasse zur Verfügung gestellt bekommen. Und Schwiegerpaps wiegt über 120 kg. Das Ding funktioniert auch, nimmt jedoch viel Platz weg. Entscheidend ist jedoch, das auch finanziell nicht so gut gestellte Personen dieses Hilfsmittel kostenlos bekommen.
Es gibt also auch günstige Alternativen.
Da kommt dann wieder zum Tragen, dass mit Phantasie und Kreativität manches machbar ist, was kostengünstiger wäre, aber von den Menschen nicht anerkannt wird. Jeder will das teuerste und beste für sich / seinen Angehörigen (auch die Politiker - siehe goldene Füllfederhalter aus Steuergeldern :roll: ). Leider werden kostensparende Aktionen auch nicht von der Kranken- und Pflegekasse belohnt.
Auf die Kassen kommen in der Zukunft horrende Kosten zu, da wird sich noch manch einer umschauen.
Es kann niemand ernsthaft behaupten, das wir unserem Sozialsystem nicht schaden, wenn wir es ausbeuten.

Liebe Grüße 8-)


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